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Interview

Interview mit Reinhold Grasbeunder, dem Ausbildungsleiter des Bootsclub Elm/ Oste e.V., zu den Bootsführerscheinen und Funkzeugnissen

 

 Der Bootsclub Elm engagiert sich im Bereich Wassersport sehr stark. Dabei ist doch häufig zu hören, der Bootssport - unabhängig ob es sich um Segel- oder Motorboote handelt, sei eine elitäre Freizeitbeschäftigung?

Das stimmt heute so nicht mehr. Natürlich gibt es für Normalverdiener nicht bezahlbare Luxusyachten. Das ist in vielen anderen Bereichen auch so. Da brauche ich nur an bestimmte Autos zu denken. Gerade in den letzten Jahren sind die Gebrauchtbootpreise, wegen des großen Angebots, sehr stark gefallen.


 Die Vereine haben häufig Nachwuchsprobleme, das scheint beim BC-Elm nicht so stark ausgeprägt zu sein?

Häufiger Grund ist die Überalterung in den Vereinen. Für Jüngere ist das Angebot nicht mehr attraktiv. Auch der Bootsclub war davon betroffen. Vor einigen Jahren hat der Verein beschlossen, dagegen zu steuern. Neben dem geselligen Zusammensein, Grillfest, Kohlwanderung usw. bieten wir unseren Mitgliedern regelmäßige Bootsausfahrten, eine jährliche Clubfahrt und gegenseitige Unterstützung bei Problemen, wenn es ums Boot geht.


Darf jeder so einfach mit einem Boot aufs Wasser?
Wenn ich ein Boot führen möchte, das einen Motor mit mehr als 11,03 kW (15 PS) hat, benötige ich entweder den amtlichen Sportbootführerschein-See oder im Binnenland den SBF-Binnen. Ob es sinnvoll ist, unerfahren auf die Elbe, eine der meist befahrenen und sehr anspruchsvollen Wasserstraße,  zu gehen ist aus meiner Sicht fraglich.  Denn wer weiß schon, was diese Lichter und Zeichen auf den Schiffen oder den Tonnen bedeuten. Wer hat Vorrang, oder werde ich von der Brücke des großen Schiffes gesehen? Alles Fragen die zum Unterrichtsstoff gehören.


Das hört sich nach unterschiedlichen Regeln und viel Lernen an?

Der Unterrichtsstoff ist schon sehr komplex, deshalb nehmen wir uns im Verein auch ausreichend Zeit um das Wissen zu vermitteln und mit den Teilnehmern zu üben. Auch die Ausbildung in der Navigation ist sehr wichtig. Es gibt ja keine Wegweiser auf dem Meer. Die zukünftigen Skipper sollen ein Boot oder eine Yacht sicher und verantwortungsvoll führen können.

Etwas Zeit sollten Interessenten dann schon einplanen?

In jedem Fall, für uns steht nicht die schnelle Prüfung im Vordergrund, sondern ein qualitativ hoher Ausbildungsstandard. Beim Autoführerschein käme niemand auf die Idee, die Prüfung innerhalb von zwei oder drei Tagen abzulegen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass kaum jemand in so kurzer Zeit diesen komplexen Stoff richtig verstehen und später anwenden kann.
Und in der praktischen Ausbildung lernen unsere Teilnehmer ein Boot sicher zu handhaben.


Gibt es ein Mindest- bzw. Höchstalter oder andere Beschränkungen für den Bootsschein?

Jeder der mindestens 16 Jahre alt ist, kann bei uns die Ausbildung beginnen. Nach oben gibt es keine Beschränkung. In fast jedem Kurs finden sich 16 bis über 70 jährige zusammen. Die Prüfungsvorschriften verlangen ein ärztliches Attest, das die Seh-, und Hörfähigkeit, das Farbunterscheidungsvermögen usw. bescheinigt.


Wann muss ein Bootsführer das See-Funkzeugnis nachweisen?
Ist ein Funkgerät an Bord, wird auch ein entsprechendes Funkzeugnis benötigt. Das neue UKW- Seefunkzeugnis „Short Range Certificate“ wird benötigt, sobald ein UKW-Seefunkgerät an Bord ist. Heute muss der verantwortliche Schiffsführer über ein gültiges Funkzeugnis verfügen. Dieser Funkverkehr wird in englischer Sprache abgewickelt. Für Fahrten im Binnenland ist es das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk

 Der Sprechfunkverkehr erfolgt in Landessprache. Übrigens gelten andere Funkzeugnisse nicht für den See- oder Binnenschifffahrtsfunk.


Benötigen Ausbilder eine bestimmte Qualifikation, oder reicht der Sportbootführerschein aus?
In der gewerblichen Ausbildung ist das nicht ausreichend. Auch im Verein sollte
ein Ausbilder schon über deutlich mehr Wissen und Können verfügen, als die Kursteilnehmer nach ihrer Prüfung. Um einen qualitativ hohen Ausbildungsstandard anbieten zu können, ist es für uns unerlässlich, dass der Ausbilder über entsprechende Qualifikationen, wie sie auch im gewerblichen Bereich gelten, sowie über mehrjährige Erfahrungen verfügt. Unsere hohen Erfolgsquoten sprechen für sich.


Die Kurse finden nur in Bremervörde-Elm statt?

Seit einiger Zeit arbeiten wir eng mit der Arbeitsgemeinschaft Osteland zusammen und bieten die Lehrgänge an der Oste auch in anderen Wassersportvereinen an. Somit können mehrere Vereine von diesen Angeboten profitieren. Seit einiger Zeit führen diese Kurse auch parallel beim WSC-Osten e.V. durch.


Hält der Bootsclub noch weitere Angebote bereit?
Neben den Fachkundenachweisen für Seenotsignalmittel, bieten wir verschiedene Kurzlehrgänge, z.B. in Navigation, Gezeitenberechnung zur Auffrischung und Weiterbildung für jeden Skipper an. Ab Herbst 2016 soll ein Kurs zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Sportküstenschifferschein starten. Der SKS ein freiwilliger amtlicher Befähigungsnachweis zum Führen von Yachten in Küstengewässern bis 12 sm vom Festland entfernt. Die Prüfung kann entweder nur für Motoryachten oder für Motor- u. Segelyachten abgelegt werden. Zum Sommer 2017 sind verschiedene Trainingsangebote für Skipper auf See vorgesehen.


Interessierte Personen oder Vereine können sich an den BC-Elm wenden?

Ja, jeder der sich für den Bootssport interessiert, sich über unsere Kurse informieren möchte, erreicht mich telefonisch unter 04140-88003.

Auf unserer Webseite „www.bc-elm.de“ sind erste Infos zu den Kursen sowie E-Mailadressen und Kontaktdaten zu finden.
 

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